Die 5 größten Fehler beim Klavier spielen lernen für Beginner

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Es gibt Fehler, die viele Anfänger im Klavierunterricht unbewusst machen. Wir stellen sie dir vor, damit du von Anfang an richtig in die Tasten hauen kannst. Hier sind die 5 größten Fehler beim Klavier spielen lernen für Beginner:

Die falschen Fingersätze verwenden

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass manche Noten auf deinen Notenblättern mit einer kleinen Zahl versehen sind? Das ist kein Zufall, sondern eine sogenannte Applikatur bzw. der Fingersatz. Diese Zahlen helfen dir beim Spielen von Streich-, Zupf- und Tasteninstrumenten bei der Orientierung. Das bedeutet, der Fingersatz zeigt dir an, mit welchem Finger du eine bestimmte Note spielen sollst.

Gerade beim Klavier mit seinen 88 Tasten macht das viel Sinn und kann eine große Hilfe sein. Fortgeschrittene Klavierspieler kommen ohne Fingersätze meist kaum noch zurecht, wenn sie schwierige Stücke spielen wollen. Allerdings wollen auch die Applikaturen zunächst erst einmal gelernt und geübt werden. Und Hand aufs Herz – das kann ziemlich langweilig sein!

Zu den häufigsten Anfängerfehlern beim Klavier spielen lernen gehört deshalb das Verwenden falscher Fingersätze.

Was kann man bei Fingersätzen falsch machen?

Einiges! Zu Beginn des Klavierunterrichts wird in der Regel jedem Schüler grundlegendes Wissen über Fingersätze beigebracht. Doch viele entscheiden sich in den ersten Übungsstunden dazu, genau diese Kenntnisse zu ignorieren und nach Gefühl oder Gedächtnis zu spielen. Das mag sich zunächst natürlicher anfühlen und anfangs keinen Unterschied ausmachen. Die Rechnung kommt dafür später, wenn du schwierigere Stücke spielen möchtest und auf eine Führung durch Fingersätze angewiesen bist.

Ein weiterer typischer Fehler ist, sich einen bestimmten Fingersatz anzugewöhnen. Meist ist das der einfache bzw. die Applikatur mit den wenigsten Sprüngen. Auch das macht das Klavier spielen zu Beginn leichter, wird sich aber langfristig rächen. Denn meist merkst du erst viel zu spät, dass ein bestimmter Fingersatz sich bei schweren Liedern oder schnellem Tempo nicht spielen lässt. Dir dann eine neue Haltung anzutrainieren kann viele Tage dauern, denn dein Kopf und deine Finger sind bereits auf die bisherigen Abläufe trainiert.

Spar dir diesen Frust und achte von Anfang an auf die richtigen Fingersätze! 

Die falsche Haltung

Das Sprichwort „Haltung ist alles” kommt nicht von ungefähr. Das falsche Sitzen beim Klavier spielen kann dir nicht nur lästige Verspannungen und Rückenschmerzen bringen. Zusätzlich verhindert eine falsche Haltung auch, dass du angenehm und unverkrampft die nötigen Tasten schlagen kannst.

Was sollte man bei der Haltung vor dem Klavier vermeiden?

Sitzt du zu nahe an der Klaviatur, so wird es dir schwer fallen, deine Arme vor dir genügend auszustrecken. Deine Handgelenke werden diese Bewegung ausgleichen, aber genau das wird sich mit der Zeit in Schmerzen bemerkbar machen. Setze dich stattdessen möglichst an den Rand der Klavierbank und schiebe sie soweit zurück, bis deine Ellbogen leicht vor deinen Schultern ausgestreckt und parallel zum Boden sind.

Genauso wichtig ist auch die richtige Handhaltung. Ein beliebter Fehler ist beispielsweise, dass die Handgelenke mit der Zeit nach unten fallen. Das verspannt nicht nur deine Arme, sondern hemmt auch die Geschwindigkeit, mit der du spielen kannst. Achte darauf, dass deine Handgelenke nicht nach unten durchgedrückt sind und du die Hände beim Spielen nicht strecken musst. So kannst du ideal das Gewicht deiner Arme auf deine Finger übertragen und die Tasten mühelos bedienen.

Zu guter Letzt: Versuche, dir eine aufrechte Sitzhaltung anzugewöhnen. Die Vorstellung, dass du ein Buch auf dem Kopf balancieren musst, hilft dir dabei.

Das Klavier stiefmütterlich behandeln und wenig üben

Kommen wir zum Kern der Sache – all die Tipps und der ganze Unterricht bringen nichts, wenn du das Klavier ignorierst. Als Dekoration ist es zwar ganz nett anzuschauen, noch viel wichtiger ist aber, dass du regelmäßig spielst.

Mit „regelmäßig“ meinen wir nicht, dass du dich einmal die Woche mit aller Kraft dazu aufraffst. Dann kommen meistens viel zu lange Übungssessionen von 2 Stunden und mehr heraus. Dein Durchhaltevermögen in allen Ehren, an sich ist das aber eher kontraproduktiv, weil der Frustfaktor so nur steigt.

Wie oft sollte man üben, um Klavier spielen zu lernen?

Alternativ könntest du versuchen, dir bewusst jeden oder zumindest jeden zweiten Tag eine viertel bis halbe Stunde Zeit für das Üben zu nehmen. Bei den kleineren Einheiten verlierst du nicht so schnell den Spaß, überforderst dich und deinen Körper nicht und – ganz wichtig – du bleibst dran. Dein Gehirn kann sich so auf den kontinuierlichen Input einstellen und hat genügend Zeit, alles zu verarbeiten. 

Das Ergebnis? Du lernst schneller, effektiver und nachhaltiger.

Zu schnell zu viel wollen

Wenn man an das Klavier spielen denkt, dann hat man meistens professionelle Pianisten im Kopf, wie sie Stücke großer Meister spielen. Das ist natürlich ein toller Ansporn. Aber du solltest nie vergessen: Diese Personen haben viele Jahre gebraucht, bis sie Profis waren.

Wir wissen sehr gut, wie das ist. Schließlich möchten wir dir dabei helfen, das Klavier spielen so schnell und einfach zu erlernen. Dafür bieten wir dir eine Vielzahl an praktischen Lösungen und hilfreichen Tipps an. Dennoch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Einer der größten Anfängerfehler besteht darin, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen und zu schnell zu viel zu wollen.

Wie kann man diesen Frust vermeiden?

Einer der wichtigsten Ratschläge, die wir jedem Anfänger des Klavier spielens an die Hand geben können, ist: Sei geduldig mit dir selbst. Es ist vollkommen normal, dass man das Instrument nicht in einem Jahr, geschweige denn in einem Monat oder gar einer Woche vollständig erlernt. Fortschritte benötigen immer harter Arbeit und viel Übung.

Es ist nicht leicht, die Euphorie der ersten Tage kontinuierlich beizubehalten. Wenn du dir aber immer wieder vor Augen führst, was du alles schon geschafft hast und wie toll du vorankommst, so wird es dir leichter fallen. Freue dich über jeden noch so kleinen Erfolg, übe kontinuierlich und sei stolz auf das, was du erreicht hast. So kommt auch kein Frust auf und das Klavier spielen lernen macht weiterhin Spaß.

Angst vor Fehlern oder Auftritten

Unser letzter Fehler beim Klavier spielen lernen für Beginner klingt simpel, aber kann dich unheimlich ausbremsen: die Angst.

Vielen Klavierschülern ist es gerade anfangs unangenehm, Fehler beim Spielen zu machen. Noch schlimmer wird es, wenn man anderen etwas vorspielen soll. Schließlich möchte man perfekt wie ein Profi spielen und das Schlagen einer falschen Taste passt so gar nicht in dieses Bild.

Wie kannst du Angst vermeiden?

Die Antwort klingt genauso einfach, wie das Problem an sich: Entspann dich!

Wir wissen, dass das nicht einfach ist. Vor allem nicht, wenn dir jemand oder sogar mehrere Personen beim Spielen zuhören und dir auf die Finger schauen. Dennoch solltest du schon von Beginn an versuchen, dich diesen Situationen öfters zu stellen und dabei möglichst entspannt zu bleiben. Umso früher du bemerkst, dass Fehler völlig normal sind und nichts dabei ist, umso eher wirst du völlig unbeschwert spielen können.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Klavier spielen lernen!

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