Wofür werden die Pedale des Klaviers verwendet?

 

 

Du bist mit dem Spielen mit beiden Händen gleichzeitig, mit allen zehn Fingern, noch nicht ausgelastet? Dann gibt es noch eine Steigerung, um das Klavierspielen noch schwerer zu machen – und zwar, indem man auch noch die Füße zum Spielen verwendet. Natürlich nicht auf der Tastatur – sondern indem man die Füße benutzt, um die Pedale des Klaviers zu verwenden. Doch wofür sind diese Pedale eigentlich gut?

 

 

Die drei Pedale

 

Falls Du ein Klavier Zuhause zum Üben hast, dann hast Du sicher schon die drei Fußpedale bemerkt, die unten aus dem Klavierkörper herausgucken. Diese haben eine ganz besondere Aufgabe: sie verändern den Tonfall des Klaviers, sobald sie gedrückt werden.  Gehen wir ganz kurz die Effekte durch, die die verschiedenen Pedale erzeugen:

 

  • Rechtes Pedal: Dieses Pedal macht das Klavier lauter. Wie genau das funktioniert? Alle Saiten im inneren das Klaviers haben Dämpfer, also kleine Wattepads, die die Saiten „stillhalten“, sodass sie nicht schwingen können und damit auch keinen Ton von sich geben. Nur, wenn eine Taste bedient wird und eine Saite angeschlagen, hebt sich der Dämpfer auf genau dieser einen Saite, und so ertönt nur der Ton dieser einen Saite, die man spielt. Wenn nun aber das rechte Pedal gedrückt wird, dann heben sich alle Dämpfer gleichzeitig an, und alle Saiten „schwingen“ mit der angeschlagenen Saite mit. So klingt der Klavierton lauter und „voller“.
  • Das linke Pedal: Dieses Pedal ist hat den gegenteiligen Effekt zum rechten Pedal. Ist es drückt, dann klingen die Töne leiser. Das passiert, indem das „Hämmerchen“, das bei dem Drücken der Taste auf die Saite schlägt, näher an die Saite herangebracht wird. Aufgrund des kürzeren „Ausholwegs“ ist der Ton dann leiser.
  • Bei großen Konzertflügeln gibt es auch noch ein mittleres Pedal. Dieses hat eine ganz besondere Aufgabe: ist es gedrückt, dann „schwingt“ der angespielte Ton im Hintergrund weiter, während der Pianist neue Töne spielt. In manchen, sehr anspruchsvollen Klavierstücken ist dieser „Special Effect“ gefragt – doch normalerweise kommt man gut ohne das dritte Pedal aus.

 

 

 

Pedale benutzen

 

Zuerst einmal: Deine Hände sind beim Klavierspielen viel wichtiger als Deine Füße. Deshalb ist es sinnvoll, erst mit den Pedalen anzufangen, wenn Du Deine Handbewegungen gut koordinieren kannst. Wenn das alles klappt, kannst Du anfangen, Tonleitern rauf- und herunter zu spielen, und die Pedale dabei verwenden, damit Du Dich an den Klang gewöhnen kannst.

 

 

Pedale im Notensystem

 

Um zu wissen, wann man Pedale verwenden soll, kann man in die Noten eines Stückes schauen. Dort haben Komponisten manchmal notiert, wann und wie die Pedale verwendet werden sollen. Ein „Ped.“ in den Noten bedeutet, dass das rechte Pedal gedrückt werden soll. Ein * markiert die Stelle, an der das Pedal wieder losgelassen werden muss.

 

Allerdings ist es so, dass in den meisten Klavierstücken die Verwendung der Pedale nicht angegeben ist. Deshalb muss man als Pianist selbst herausfinden, wann und wie man die Pedale einsetzen will, und wie das Stück am besten klingt.

 

Deshalb: Viel Spaß beim Ausprobieren!

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