Schritt für Schritt zum Intervall – Theorie IV

 

In diesem Artikel in unserer Theoriereihe werden wir uns den Intervallen zuwenden. Diese werden uns später in der Harmonielehre helfen, Akkorde und Kadenzen zu bilden – deshalb kann man sie als die kleinen und großen Lego-Bausteine der Musiktheorie verstehen.

 

 

Recap: Halb- und Ganztonschritte

 

Erinnern wir uns an die Halb- und Ganztonschritte zurück. Ein Halbtonschritt ist die kleinste Einheit, die einen Abstand zwischen zwei Tönen beschreibt. Des klingt abstrakt, wird aber ganz einfach, wenn man die Klaviertastatur anschaut: Jede Taste in einen Halbtonschritt von der nächsten Taste entfernt, egal, ob sie weiß oder schwarz ist. Ein Ganztonschritt ist aus zwei Halbtonschritten gemacht. Schauen wir uns noch einmal die Tastatur an: die meisten weißen Tasten sind mit einer kleinen schwarzen Taste voneinander getrennt. In diesem Fall liegt genau ein Ganztonschritt zwischen den zwei weißen Tasten.

 

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: zwischen dem H und C und dem E und F gibt es auf dem Klavier keine schwarzen Tasten. Diese Töne liegen jeweils nur einen Halbtonschritt auseinander.

 

 

Die Intervalle

 

Die nächst-größere Einheit nach den Ganstonschritten werden Intervalle genannt. Sie schreiben die Beziehung zwischen zwei Tönen, die gleichzeitig gespielt werden. Man beschreibt die Größe eines Intervalls in Halbtonschritten zwischen dem Ausgangston und dem zweiten Ton. Insgesamt gibt es 13 Intervalle (8 große Intervalle und 5 kleine Intervalle – das beschreiben wir noch genauer). Intervalle befinden sich, wie jede Tonleiter, innerhalb von 8 ganzen Tönen (oder 12 Tönen insgesamt), also zum Beispiel vom C zum C. Danach wiederholt sich die ganze Geschichte. Falls Du in der Schule Latein gelernt hast, dann sagen Dir die Namen der Intervalle sicher etwas 😊.

 

  • Fangen wir einfach an: Dies ist das kleinste Intervall und hat NULL Halbtonschritte. Es beschreibt also den „Abstand“ zwischen dem gleichen Ton, also einem C und einem zweiten C. Mal ehrlich: eine Prime ist einfach nur ein C!

 

  • Nun wird’s ein bisschen komplizierter. Eine Sekunde beschreibt zwei Töne, die entweder 1 oder 2 Halbtonschritte auseinander liegen. Eine Sekunde mit einem Halbtonschritt ist eine „kleine“ Sekunde. Ein Beispiel ist C und Db (das ist die schwarze Taste rechts neben dem C). Eine große Sekunde hat zwei Halbtonschritte. Kannst Du dir das Beispiel selbst denken? Genau: C und D.

 

  • Eine Terz hat 3 oder 4 Halbtonschritte. Wie schon bei der Sekunde gibt es also eine kleine Terz, in unserem Beispiel C und Eb, und eine große Terz zwischen C und E.

 

  • Aufgepasst: die Quarte gibt’s nur einmal, als „reine Quinte“. Sie hat 5 Halbtonschritte. Wenn wir mit dem C anfangen, dann ist der nächste Ton das F.

 

  • Hier gibt es wieder zwei Versionen: einmal mit 6 und mit 7 Halbtönen. Die Töne wären: C und G und C und Gb für die kleine Quinte.

 

  • Wieder gibt es eine kleine Sexte mit 8 Halbtonschritten: C und Ab, sowie die große Sexte mit 9 Halbtonschritten mit: C und A.

 

  • Diese hat einmal 10 Halbtonschritte zwischen C und Hb und 11 Halbtonschritte zwischen C und H.

 

  • Hier schließt sich der Kreis: nach 12 Halbtonschritten sind wir beim nächsten C angekommen, und beide Cs machen dann eine Oktave aus.

 

Geschafft! Damit haben wir alle Intervalle kennengelernt. Warum diese so wichtig sind, erfahren wir im nächsten Artikel.

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