Mit beiden Händen spielen ist Gehirntraining

 

In diesem Artikel werden wir darüber sprechen, warum es so wichtig ist, von Anfang an mit beiden Händen Klavier zu spielen – wie es Dir unsere Lehrer hier auch beibringen. Das hat nämlich mir der Struktur unseres Gehirns zu tun und damit, wie wir neue Informationen und Bewegungen verarbeiten.

 

Warum mit beiden Händen gleichzeitig spielen so schwer ist

 

Du weist sicher von Deinen eigenen Übungsstunden, dass es nicht einfach ist, mit beiden Händen gleichzeitig Klavier zu spielen – geradezu zum Haareraufen kann es am Anfang sein, wenn die Hände nicht das machen, was sie sollen. Doch warum fällt es und eigentlich so schwer, beide Hände unabhängig voneinander auf dem Klavier zu bewegen?

 

Symmetrisch vorprogrammiert

 

Ganz einfach: Unser menschliches Gehirn ist darauf programmiert, dass die Bewegungen unserer beiden Hände symmetrisch sind. Das sieht man oft bei kleinen Kindern, die ihre Feinmotorik noch lernen – sie werden Bewegungen unbewusst oft mit beiden Händen oder Beinen machen, wenn Sie sie neu lernen. Diese „Vorprogrammierung“ zu durchbrechen und unseren Händen beizubringen, sich unabhängig voneinander zu bewegen, erfordert einen großen Einsatz von mentaler Energie. Und beim Klavierspielen ist das mehr als nötig: Beide Hände müssen verschiedene Tasten und einem anderen Rhythmus anschlagen – eine Königsdisziplin für unser Gehirn.

 

Vorteilsbehandlung einer Hand

 

Dazu kommt auch noch, dass unser Gehirn gerne die eine oder andere Hand bevorzugt: deshalb gibt es Links- und Rechtshänder auf der Welt, und deshalb können die meisten Menschen nur mit einer Hand schreiben, da dies viel Fingerspitzengefühl erfordert. Doch wenn man Klavier spielt, müssen beide Hände gleich viel arbeiten – das ist also für unsere „schwächere“ Hand doppelt schwer.

 

Das Gehirn und das Klavierspielen

 

Du merkst: Das Klavier mit beiden Händen zu spielen ist ein Marathon für unser Gehirn. Wenn es um das Klavierlernen geht, fällt es also einfach, die stärkere Hand zu bevorzugen und die schwächere Hand, mit der das Spielen schwerer fällt, zu vernachlässigen. Das ist aber nicht richtig: Am besten ist es beide Hände von Anfang an zusammen zu trainieren, und sogar einen großen Fokus darauf zu legen, dass die schwächere Hand „aufholt“.

 

Nur, wenn Du mit beiden Händen gleichzeitig spielst, kann Dein Gehirn die nötigen Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen deines Gehirns bilden, um das Spielen mit beiden Händen einfacher zu machen. Diese Verbindungen im Gehirn können sich nur ausbilden, wenn Handlungen sehr oft wiederholt werden. Wie bei einem Trampelpfad im Gras, der häufig benutzt wird und am Ende so abgenutzt ist, dass er leichter sichtbar und leichter zu Laufen ist, verstärken sich in unserem Gehirn die „Straßen“, oder Verbindungen, je öfter wie verwendet werden. Doch das wird einige Zeit brauchen, deshalb verzweifle nicht daran!

 

Ein langsamer Anfang

 

Das wichtigste ist, dass Du am Anfang ganz langsam übst, wenn Du beide Hände zusammen trainierst, und Dein Gehirn daran gewöhnst, beide Hände unabhängig zu bewegen. Du wirst merken, dass Du am Anfang sehr schnell sehr müde sein wirst – zwinge Dich dann nicht, weiter zu üben, sondern gib Deinem Kopf die hart erkämpfte Pause, die er braucht. In diesem Artikel findest Du mehr Tipps für das Üben selbst, oder genauer, wie Du die Koordination zwischen deinen beiden Händen verbessern kannst.

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